Begriff und Einordnung
Rückstauklappe
Wenn Hauseigentümer an Rückstauschutz denken, denken sie meist an eine Klappe in der Leitung. Das ist nicht falsch, aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Eine Rückstauklappe ist eine mögliche Lösung, keine pauschale Empfehlung für jedes Haus.
Was damit gemeint ist
Umgangssprachlich bezeichnet die Rückstauklappe die Verschlusseinrichtung in der Abwasserleitung, die bei Rückstau schließt. Fachlich heißt sie Rückstauverschluss. Bei Rückstau schließt die Einrichtung, abhängig von Abwasserart und Ausführung mechanisch oder motorisch. Im Normalbetrieb fließt das Abwasser über das vorhandene Gefälle ab.
Wann sie in Frage kommt
Ein Rückstauverschluss eignet sich für Ablaufstellen unterhalb der maßgebenden Rückstauebene, auf deren Nutzung während eines Rückstaus verzichtet werden kann. Voraussetzung sind unter anderem:
- ein Gefälle zum Kanal
- eine untergeordnete Nutzung der betroffenen Räume
- ein kleiner Benutzerkreis
- ein verfügbares WC oberhalb der Rückstauebene
Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, führt der Weg zu einer anderen Lösung. Der Vergleich steht unter Rückstauverschluss oder Hebeanlage.
Wo ihre Grenze liegt
Während des Rückstaus sind die dahinter gesicherten Ablaufstellen grundsätzlich nicht normal nutzbar. Wer im Keller ein WC oder eine Dusche hat, auf die nicht verzichtet werden kann, kommt mit einer Klappe allein nicht aus. Genau das ist der häufigste Grund, warum eine vermeintlich einfache Lösung am Ende doch nicht passt.
Der zweite Punkt ist die Abwasserart. Fäkalienfreies und fäkalienhaltiges Abwasser werden unterschiedlich gesichert. Welche Ausführung zulässig ist, ergibt sich daraus und aus der Einbausituation.
Eine Klappe, die nie geprüft wird, ist keine Sicherung
Ablagerungen und Fremdkörper sind die häufigste Ursache dafür, dass ein Verschluss nicht mehr dicht schließt. Dichtungen altern auch dann, wenn die Anlage kaum arbeitet. Funktionsprüfung und Wartung erfolgen nach den Vorgaben des Herstellers; mehr dazu unter Wartung und Funktionsprüfung.
Häufige Fragen zur Rückstauklappe
Was ist eine Rückstauklappe?
Umgangssprachlich die Verschlusseinrichtung in der Abwasserleitung, die bei Rückstau schließt. Fachlich spricht man von einem Rückstauverschluss.
Kann man eine Rückstauklappe einfach nachrüsten?
In vielen Bestandsgebäuden ja. Der Aufwand hängt davon ab, wie die Leitung erreichbar ist. Ob eine Klappe zulässig ist, entscheidet sich vorher an Abwasserart und Nutzung.
Kann ich die Klappe selbst einbauen?
Von einem Einbau ohne fachliche Beurteilung raten wir ab. Eine falsch gewählte oder falsch gesetzte Verschlusseinrichtung schützt nicht zuverlässig und kann im Ernstfall den Schaden verursachen, den sie verhindern soll.
Erst prüfen, dann entscheiden
Sagen Sie uns, welche Ablaufstellen es bei Ihnen gibt. Wir sagen Ihnen, ob ein Rückstauverschluss ausreicht oder ob eine andere Lösung sinnvoller ist.