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Fachbegriff erklärt

Die Rückstauebene

Kaum ein Begriff entscheidet beim Rückstauschutz so viel wie dieser. Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der sich Abwasser im öffentlichen Kanal zurückstauen kann. Alles, was darunter entwässert, gehört auf den Prüfstand. Alles darüber ist im Normalfall unkritisch.

Vereinfachte Darstellung der Rückstauebene nach KESSEL: Straße mit Kanal, Hausanschluss und Gebäude; Ablaufstellen unterhalb und oberhalb der Rückstauebene
Vereinfachte Darstellung nach KESSEL. Die maßgebende Rückstauebene wird örtlich festgelegt und muss für das konkrete Grundstück geprüft werden. Quelle: KESSEL-Planungshandbuch

Wo sie liegt

Die Rückstauebene liegt in der Regel im Bereich der Straßenoberkante. Als Bezugspunkt dient die Straßenoberkante an der Anschlussstelle, in der Praxis also der Kanaldeckel vor dem Haus. Welche Höhe für ein Grundstück tatsächlich maßgebend ist, hängt von den örtlichen Vorgaben und der konkreten Geländesituation ab.

Deshalb finden Sie auf dieser Seite keine Zentimeterangabe. Wer eine Pauschalhöhe nennt, beschreibt bestenfalls den Normalfall und im schlechtesten Fall genau Ihr Grundstück nicht.

Wer sie festlegt

Maßgebend ist die örtliche Entwässerungssatzung beziehungsweise der Kanalnetzbetreiber. Sicherheitsabstand, Hanglage und Sonderfälle werden dabei getrennt betrachtet. Das ist der Grund, warum zwei Häuser in benachbarten Gemeinden unterschiedlich beurteilt werden können, obwohl sie baugleich sind.

Fachliche Grundlage: KESSEL-Planungshandbuch, „Ermittlung der Rückstauebene“, sowie die jeweilige örtliche Entwässerungssatzung.

Was das für Ihr Haus bedeutet

Liegt eine Ablaufstelle unterhalb der maßgebenden Rückstauebene, kann bei vollem Kanal Abwasser genau dort wieder austreten. Typischerweise betrifft das im Keller:

  • Bodenablauf in Wasch-, Heizungs- oder Lagerraum
  • Keller-WC und Dusche
  • Waschbecken und Waschmaschinenanschluss
  • Abläufe in Kellertreppen und Lichtschächten

Diese Ablaufstellen gehören in die fachliche Beurteilung. Welche Sicherung dann infrage kommt, hängt von der Abwasserart, der Nutzung und dem Gefälle ab. Der Vergleich steht auf der Seite Rückstauverschluss oder Hebeanlage.

Drei verbreitete Irrtümer

„Mein Keller liegt hoch genug.“ Entscheidend ist nicht das Gefühl, sondern die Höhe der einzelnen Ablaufstelle im Verhältnis zur maßgebenden Ebene. Das lässt sich messen.

„Wir hatten noch nie Wasser im Keller.“ Rückstau entsteht nicht regelmäßig, sondern wenn der Kanal an seine Grenze kommt, etwa bei Starkregen, durch Verstopfungen oder Störungen im Netz. Dass es bisher gut ging, ist kein Nachweis für Schutz.

„Da kommt eine Klappe rein, fertig.“ Eine Rückstauklappe ist keine pauschale Empfehlung für jedes Haus. Ob sie zulässig ist, hängt unter anderem davon ab, ob auf die Ablaufstellen während eines Rückstaus verzichtet werden kann.

Häufige Fragen zur Rückstauebene

Was ist die Rückstauebene?

Die Höhe, bis zu der sich Abwasser im Kanal zurückstauen kann. Sie liegt in der Regel im Bereich der Straßenoberkante. Alles, was darunter entwässert, braucht einen Schutz.

Wer legt die Rückstauebene fest?

Die örtliche Entwässerungssatzung beziehungsweise der Kanalnetzbetreiber. Sicherheitsabstand, Hanglage und Sonderfälle werden dabei getrennt betrachtet.

Kann ich die Rückstauebene selbst ausmessen?

Als Anhaltspunkt dient die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Maßgebend ist aber die örtliche Festlegung. Für die Beurteilung Ihrer Ablaufstellen gehört diese Prüfung in fachliche Hände.

Wir prüfen, was bei Ihnen darunter liegt

Beim kostenlosen digitalen Keller-Check geben Sie an, welche Ablaufstellen es gibt und ob bereits eine Sicherung vorhanden ist. Fotos oder ein Entwässerungsplan helfen zusätzlich.

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